Kosten der Verteidigung

Sie werden von mir bereits im ersten Gespräch über die voraussichtlichen Kosten im Einzelnen informiert, damit es später kein böses Erwachen gibt. Manchmal erweist sich die Sache aber erst später (etwa nach Akteneinsicht) als viel umfangreicher, als zunächst angenommen. Dann werden Sie unverzüglich über die zu erwartenden Mehrkosten informiert. Ich verlange von jedem Mandanten einen angemessenen Vorschuss.

 

Grundsätzlich gilt auch für den Strafverteidiger das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Hier errechnen sich die Gebühren aber nicht nach einem Streitwert, wie etwa im Zivilrecht, sondern es fallen bestimmte Gebühren für die Tätigkeiten in verschiedenen Abschnitten des Verfahrens an. In durchschnittlich aufwendigen Fällen rechne ich nach dem RVG ab.

 

Ein Ladendiebstahl ist aber etwas anderes als eine Vergewaltigung. In der Mehrheit der Fälle schließe ich daher mit meinen Mandanten sog. Vergütungsvereinbarungen. Entweder wird ein Stundenhonorar oder eine bestimmte Pauschale für das Ermittlungsverfahren und eine Hauptverhandlung vereinbart. Solche Vereinbarungen müssen schriftlich festgehalten werden. Dies verschafft Sicherheit und Klarheit über die Kosten. Die Höhe der Vergütung bemesse ich nach dem Umfang, der Komplexität und der Bedeutung der Strafsache.

 

Ich werde von potentiellen Mandanten auch immer wieder nach der Möglichkeit der Übernahme des Mandats als Pflichtverteidiger gefragt. Grundsätzlich bin ich dazu bereit. Es muss aber oftmals erst geklärt werden, ob es sich überhaupt um einen Fall der Pflichtverteidigung handelt. Ihnen wird ein Pflichtverteidiger nicht schon deshalb gestellt, weil Sie sich keinen Verteidiger leisten können. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum! Der Fall muss schwerwiegend (Straferwartung mind. 1 Jahr) oder so komplex sein, dass ihnen eine Verteidigung ohne Beistand nicht zumutbar ist. Nur dann ist es ein Fall der Pflichtverteidigung im Sinne des § 140 StPO.

 

Und noch etwas: Werden Sie am Ende kostenpflichtig vom Strafgericht verurteilt, werden Ihnen auch die Kosten der Pflichtverteidigung auferlegt. Der Pflichtverteidiger ist also nicht generell "umsonst". Er ist nur billiger und der Staat tritt in Vorleistung.

 

Ein wichtiger Hinweis: Wenn Sie vom Gericht freigesprochen werden, erstattet der Staat Ihnen die Verteidigerkosten; allerdings immer nur die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG. Für darüber hinausgehende Gebühren aus Honorarvereinbarungen kommt der Staat nicht auf. Wird das Ermittlungsverfahren gegen Sie von der Staatsanwaltschaft eingestellt, gibt es hingegen keinerlei Kostenerstattung. Sie bleiben dann auf Ihren Verteidigerkosten vollständig sitzen.